Warum fehlen Fachkräfte, Erzieher*innen im Bereich der Elementarpädagogik in Deutschland?
Generell fehlen aufgrund der demografischen Entwicklung Fachkräfte in vielen Bereichen. Da in diesem Berufsumfeld überwiegend Frauen arbeiten, kommt es aufgrund eigener Familiengründung bei vielen zumindest für einige Zeit zu einer Pause im Beruf – und viele kommen gar nicht mehr zurück in den Beruf. Ein zweiter entscheidender Punkt ist die jahrelange soziale und finanzielle Vernachlässigung des Berufsbildes. Schließlich führte eine Änderung der Familienpolitik 2006 zum ‚Kitaboom‘: Dieser offenbarte und verschärfte den Fachkräftemangel.
Seit 2013 besteht ein gesetzlicher Anspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter 3 Jahren. In den wirtschaftsstarken Ballungszentren wie München werden viele Kinder geboren. Es besteht ein hoher Bedarf an Betreuungsplätzen. Immer noch fehlen Kitaplätze, besonders in Kinderkrippen.
Laut einer aktuellen Bertelsmann Studie fehlen deutschlandweit ca. 100.000 Erzieher:innen – aktuelle Situation in München: ca. 500 fehlende Erzieher:innen. Die Tendenz ist weiter steigend.
Laut dem Spiegel und dem Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) von 9/2026 gibt es 430.000 fehlende Kita-Plätze, davon 300.000 im U3-Bereich, natürlich mit Ost-West Gefälle. Auch die sinkenden Geburtenzahlen können den Mitarbeiter:innen- Rückgang durch die Renteneintritte der Babyboomer nicht ausgleichen.
Prognose: Mittelfristig ist der Bedarf an Personal keinesfalls über eigenen Nachwuchs der Ausbildungsstätten zu decken, wahrscheinlich auch nicht langfristig. Trotz der Bemühungen seitens der Politik dieses Berufsbild sozial und finanziell aufzuwerten kommt es weiterhin regional zu Personalengpässen. Weiterhin steht dieser Beruf nicht auf der sog. Positivliste (Liste der Mangelberufe), weil es regionale Unterschiede in der Arbeitslosigkeit gibt, so dass einige mögliche und auch notwendige Maßnahmen noch nicht ergriffen werden können.